Fachübersetzungen Recht und Wirtschaft - Französisch, Spanisch

Glossar

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A

Allgemein beeidigter Übersetzer/Dolmetscher

Ein allgemein beeidigter Übersetzer oder Dolmetscher wurde vom Landgericht seines Wohnortes, Geschäftssitzes oder seines bevorzugten Einsatzortes ohne Beschränkung auf einen konkreten Fall vereidigt, um bei Übersetzungen oder Verdolmetschungen, die für die Richter und Notare des Bezirks notwendig sind, jederzeit ohne weitere Formalitäten herangezogen werden zu können. In einigen Bundesländern, z. B. in Hamburg, wird nicht zwischen Dolmetschern und Übersetzern unterschieden, so dass ein beeidigter Sprachmittler in diesen Bundesländern grundsätzlich sowohl für das Übersetzen als auch für das Dolmetschen zur Verfügung stehen muss. Die Landgerichte führen Listen mit den Adressen der von ihnen allgemein beeidigten Sprachmittler, die im Bedarfsfall vom Bürger angefordert oder im Internet eingesehen werden können. Zu den Befugnissen siehe "Befugnisse eines beeidigten Übersetzers".

Apostille

Siehe "Haager Apostille".

Ausgangssprache

Sprache des Textes ("Ausgangstext"), der in eine andere Sprache übersetzt oder gedolmetscht werden soll. Vgl. Zielsprache.

Ausgangstext

Text, der in eine andere Sprache übertragen werden soll. Vgl. Zieltext.

B

Befugnisse eines beeidigten Übersetzers

Ein beeidigter Übersetzer ist befugt ("ermächtigt"), sogenannte beglaubigte Übersetzungen von Urkunden und Zeugnissen vorzunehmen und mit seinem Stempel und seiner Unterschrift die Richtigkeit und Vollständigkeit seiner Übersetzung - in einigen Bundesländern auch einer fremden Übersetzung - zu bestätigen. Dabei unterliegt er einer besonderen Sorgfaltspflicht und muss in seiner Übersetzung auf alle Besonderheiten in dem betreffenden Originaldokument hinweisen, um dem Empfänger der Übersetzung zu ermöglichen, über die Beweiskraft des Dokuments zu urteilen.

Beeidigter Übersetzer/Dolmetscher

Sprachmittler, der für ein bestimmtes Gerichtsverfahren oder die Übersetzung eines bestimmten Textes oder allgemein von einem Landgericht beeidigt wurde (siehe "allgemein beeidigter Übersetzer").

Beeidigungsstopp

Die Vorschriften für die Beeidigung von Sprachmittlern in den verschiedenen Bundesländern waren bisher zum großen Teil in Verwaltungsvorschriften der Bundesländer festgelegt. Anfang 2007 erklärte das Bundesverwaltungsgericht diese Praxis für unzulässig. Daher wurde die Beeidigung von Sprachmittlern in mehreren Bundesländern bis zur Verabschiedung entsprechender Gesetze über den Einsatz von Übersetzern und Dolmetschern in der Justiz ausgesetzt. Der Beeidigungsstopp gilt z. B. immer noch in Niedersachsen. In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein wurden mittlerweile neue Gesetze verabschiedet.

Beeidigung

Die Regeln für die Beeidigung sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Grundsätzlich wird mindestens der Nachweis der Sprachkenntnisse und einer anerkannten Übersetzer- und/oder Dolmetscherprüfung oder die Vorlage einer Qualifikationsbescheinigung durch einen anderen allgemein beeidigten Sprachmittler verlangt. Entsprechend dem Ziel der Bereitstellung qualifizierter Übersetzer für die Organe der Justiz ist in bestimmten Bundesländern (z. B. in Nordrhein-Westfalen) für die Vereidigung auch der Nachweis genauerer juristischer Kenntnisse Voraussetzung.

Beglaubigte Übersetzung

Übersetzung, deren Richtigkeit und Vollständigkeit von dem Übersetzer bescheinigt wird. Beglaubigte Übersetzungen dürfen nur von beeidigten, ermächtigten bzw. öffentlich bestellten Übersetzern vorgenommen werden.

D

Dolmetschen

Mündliche Übertragung des gesprochenen Wortes von einer Sprache in die andere. Vgl. Übersetzen

Dolmetscher

Sprachmittler, der gesprochene Texte mündlich von einer Sprache in eine andere Sprache überträgt. Vgl. Übersetzer.

E

Ermächtigter Übersetzer

Allgemein beeidigter Übersetzer im Sprachgebrauch einiger Bundesländer (z. B. in Schleswig-Holstein). Der Begriff Ermächtigung weist auf die mit der Beeidigung verbundene Erteilung besonderer Befugnisse an den beeidigten Übersetzer hin.

H

Haager Apostille

Bestätigung der Unterschrift eines Amtsträgers, Notars oder Übersetzers durch die zuständige Behörde oder das zuständige Gericht. Für Übersetzer ist immer das Landgericht zuständig, von dem der jeweilige Übersetzer beeidigt wurde. Die Apostille ist für Urkunden erforderlich, die in Ländern gültig sein und verwendet werden sollen, die dem Haager Übereinkommen beigetreten sind. Die Gerichtsgebühr für die Erteilung der Apostille beträgt je nach Gegenstandswert der Urkunde zwischen 10 und 130 Euro, bei fehlender Wertangabe in der Urkunde 13 Euro.
Keine Apostille brauchen Sie in der Regel für die folgenden Länder, da Deutschland mit diesen für bestimmte Urkunden den Verzicht auf alle Formalitäten vereinbart hat:  
  • Frankreich
  • Luxemburg
  • Österreich
  • Schweiz
Für Länder, die weder dem Haager Übereinkommen beigetreten sind, noch ein bilaterales Abkommen mit Deutschland geschlossen haben, ist eine Legalisation der Urkunden erforderlich.

Haager Übereinkommen

"Haager Übereinkommen zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation" vom 5. Oktober 1961. Durch das Übereinkommen wird in den beteiligten Ländern das umständlichere Legalisationsverfahren für Urkunden durch die einfachere "Haager Apostille" ersetzt, insbesondere in:

  • Argentinien
  • Ecuador
  • El Salvador
  • Guernsey
  • Honduras
  • Kolumbien
  • Liechtenstein
  • Mexiko
  • Monaco
  • Panama
  • Seychellen
  • Spanien
  • Vanuatu
  • Venezuela

Die vollständige Länderliste finden Sie in dem PDF-Dokument "Deutsche öffentliche Urkunden zur Verwendung im Ausland", das Sie auf der Seite "Informationen zu konsularischen Fragen" des Auswärtigen Amts herunterladen können.

L

Legalisation

Bestätigung der Echtheit einer öffentlichen Urkunde durch das Konsulat oder die Botschaft des Staates, in dem die Urkunde verwendet werden soll. Unter Umständen ist zuvor eine Vorbeglaubigung der Urkunde bei einer deutschen Behörde erforderlich. Für eine Übersetzung bedeutet dies die Einholung einer Vorbeglaubigung bei dem Landgericht, von dem der Übersetzer beeidigt wurde. Für Staaten, die dem Haager Übereinkommen beigetreten sind, ist keine Legalisation durch die Vertretung des anderen Staates, sondern nur eine durch eine deutsche Behörde ausgestellte Apostille erforderlich.

O

Öffentlich bestellter Übersetzer

Allgemein beeidigter Übersetzer im Sprachgebrauch einiger Bundesländer (z. B. in Bayern). Der Begriff "öffentliche Bestellung" weist auf die Einstufung der besonderen Befugnisse des beeidigten Übersetzers als hoheitliche, eigentlich dem Staat gebührende Aufgaben hin.

S

Sprachmittler

Oberbegriff für Übersetzer und Dolmetscher. Ein professioneller Sprachmittler verfügt über eine hohe Kompetenz in seinen Arbeitssprachen und besondere Fertigkeiten in der Übertragung von Bedeutung, Sinn und Form eines Textes von einer Sprache und Kultur in eine andere Sprache und Kultur. Er ist nicht nur Sprach-, sondern auch Text- und Kulturexperte. Dabei stellen Übersetzen und Dolmetschen sehr unterschiedliche Anforderungen an die Fertigkeiten und die Arbeitsweise eines Sprachmittlers, so dass nicht jeder Übersetzer in der gleichen Qualität auch Dolmetschaufträge und nicht jeder Dolmetscher gleichwertige Übersetzungen anfertigen kann.

U

Übersetzen

Schriftliche Übertragung des geschriebenen Wortes. Vgl. Dolmetschen.

Übersetzer

Sprachmittler, der geschriebene Texte schriftlich von einer Sprache in eine andere Sprache überträgt. Vgl. Dolmetscher.

V

Vorbeglaubigung

Bestätigung der Unterschrift eines Amtsträgers, Notars oder Übersetzers unter einer Urkunde, die legalisiert werden soll. Die Vorbeglaubigung erfolgt durch die zuständige deutsche Behörde oder das zuständige deutsche Gericht. Sie ist u. U. erforderlich, wenn die ausländische Vertretung, die die Legalisation der Urkunde vornehmen soll, keine eigenen aktuellen Listen mit Unterschriftsbeispielen der verschiedenen möglichen Unterzeichner einer Urkunde führt.

Z

Zielsprache

Sprache des Textes ("Zieltext"), der von dem Dolmetscher oder Übersetzer erstellt werden soll.

Zieltext

Der durch den Sprachmittler zu erstellende Text. Vgl. Ausgangstext.
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Diane Keller
Diplom-Übersetzerin (BDÜ)
Öffentlich best. und allgem. beeidigte Übersetzerin

Tel.: +49 700 32 30 80 12
Fax: +49 700 32 30 80 13

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